Skepsis gegenüber Poller-Lösung in der Karlsruherstraße / CDU diskutierte mit rund 40 Betroffenen

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen diskutierte die CDU Hockenheim mit Geschäftsinhabern, Anwohnern und Immobilienbesitzern eine mögliche Veränderung im oberen Teil der Karlsruher Straße, also von der Fortunakreuzung bis zur Metzgerei. Mit der Initiative will die CDU die Diskussion zur Stärkung der Innenstadt wiederbeleben.
Bei der ersten Veranstaltung am 21. Juli hatten sich viele Betroffene offen für Veränderungen gezeigt. Diese Vorschläge wollten die CDU Verantwortlichen in einer zweiten Veranstaltung, die am vergangenen Samstag in Form eines Infostands in der Karlsruher Straße bei strahlendem Sonnenschein durchgeführt wurde, der Öffentlichkeit vorstellen. Und viele Betroffene, allen voran Anwohner meldeten sich zu Wort, von denen sich auch einige kritisch äußerten.
Der Wunsch, den schnurgeraden Straßenverlauf so zu verändern, dass Autofahrer im Schritttempo fahren müssten, wurde noch einhellig mitgetragen. „Es soll nur der Autofahrer durchfahren, der auch wirklich hier durchfahren muss“, so eine Anwohnerin.
Doch beim zweiten Punkt – die Anbringung von versenkbaren Pollern an der Fortunakreuzung, um eine Einfahrt beispielsweise werktags nach Geschäftsschluss oder sonntags zu verhindern und somit die Entwicklung eines Aufenthaltscharakters zu ermöglichen – gingen die Meinungen auseinander.
Dabei hatte man sich sehr viel von versenkbaren Poller erhofft – eine Idee, die bei der ersten Veranstaltung von Betroffenen selbst eingebracht wurde und auch von CDU Vorstandsmitglied Dagmar Kramberg befürwortet wird: „Damit hätten wir die Gestaltung selbst in der Hand und könnten auch mal was ausprobieren, ohne dass es dauerhafter Veränderung bedarf“.
Doch einige Anwohner stuften die Poller als unnötig ein, da der abendliche Verkehr gering sei. Die Schließung der Straße am Sonntag könnte problematisch für die vorhandene Bäckerei, da viele Kunden mit dem Auto anfahren würden. Auch das Ziel, die Verbesserung des Aufenthaltscharakters, wurde zum Teil in Frage gestellt. Letztendlich würden mehr Cafés und Kneipen auch zu einer Zunahme des nächtlichen Lärmpegels führen. Und: man solle abwarten, wie sich das Areal Kanne entwickle.
Eine Forderung, die wiederum auf große Skepsis der CDU’ler stieß. Dazu Fraktionssprecher Markus Fuchs: „Solange die Besitzverhältnisse bei der Kanne unklar sind, sind uns die Hände gebunden“. Doch selbst, wenn endlich Rechtssicherheit bestünde, dann sei das Areal zur Stadtentwicklung immer noch zu klein und es müssten weitere Grundstücke angekauft werden. Und all das könne dauern.
„Wir wollten ja bewusst mit kleinen aber wirkungsvollen Maßnahmen eine langsame, aber stetige Veränderung herbeiführen. Wir glauben schon, dass wir jetzt noch eine Chance haben zu reagieren“, zeigte sich die stellvertretende CDU Fraktionssprecherin Bärbel Hesping zuversichtlich. Gerade aufgrund der Konkurrenz von der grünen Wiese und des Internet-Handels müsse Hockenheims Innenstadt ihren eigenen Weg gehen.
Den Einwand, den unteren Teil der Karlsruher Straße oder auch andere Straßen in der Innenstadt außer Acht zu lassen, wollte man so nicht stehen lassen. „Lassen Sie uns mit einem Teil anfangen, bevor wir über das große Ganze reden und vermutlich nie zu einem Ergebnis kommen“, so plädierte der stellvertretende CDU Vorsitzende Thorsten Völlmer zusammen mit Agnes Fuchs.
Im Rahmen der beiden Veranstaltungen haben die CDU Verantwortlichen mit rund 40 Betroffenen gesprochen. Entsprechend der Rückmeldungen wird sie nun einen Antrag stellen, in dem sie die Verwaltung um konkrete Vorschläge bittet, wie durch Aufpflasterungen – analog den „Berliner Kissen“ in der Unteren Mühlstraße - und durch die Schaffung von Blumeninseln der Verlauf des oberen Teils der Karlsruher Straße so verändert werden kann, dass der Autoverkehr verlangsamt wird. Bezüglich der Poller bittet man die Verwaltung zunächst nur um eine grobe Kostenschätzung und um Aussagen, ob eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge und für Anwohner gewährleistet werden kann.
Mit den Betroffenen wolle man weiterhin in Kontakt bleiben und für Veränderungen werben. „Dank des HÖP-Geländes hat sich eine historische Chance ergeben, die wir zugunsten der Innenstadt nutzen sollten. Es wäre toll, wenn wir hier gemeinsam daran arbeiten könnten“, so Markus Fuchs abschließend.

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