Ende Juli stimmte der Gemeinderat dem Aufstellungsbeschluss zur Erarbeitung des Bebauungsplans „Biblis 4. Gewann“ im beschleunigten Verfahren zu. Bereits damals bezeichnete die CDU-Fraktion diese Fläche als nur bedingt zufriedenstellend. Nach wie vor kann sich die Fraktion mit dem Umzug eines Pflegezentrums aus der Innenstadt an eine Außenlage nur schwer anfreunden.

Praktisch seit diesem Beschluss steht man in der Kritik von Anwohnern aus Hockenheim Biblis. Der Hauptvorwurf dabei ist folgender: Die Stadt habe den Tausch eines innerstädtischen, an das Pflegezentrum angrenzende Grundstück abgelehnt. Mit dem Grundstück, so die Hoffnung dieser Anwohner, könnte das Pflegezentrum sich erweitern und somit in der Innenstadt gehalten werden.

„Diese Entscheidung, dem Grundstückstausch nicht näher zu treten, hat die Verwaltung alleine gefällt. Auch wir als gewählte Stadträte haben alle Informationen nur aus der Zeitung erhalten“, macht CDU-Fraktionssprecher Markus Fuchs klar. Doch damit nicht genug: Offenbar könnte es mindestens ein weiteres innerstädtisches Grundstück geben, das der Stadt zum Kauf angeboten wurde und das die Stadtverwaltung offenbar abgelehnt haben soll.

„Es mag gute Gründe geben, dass die Verwaltung so entschieden hat. Aber wir kennen sie nicht“, so auch Stadträtin Bärbel Hesping. Dieser Alleingang führt aus Sicht der Christdemokarten zu mindestens drei problematischen Fragen: Wie wichtig ist der Verwaltung die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, wenn sie es nicht für nötig hält, ihn weder einzubinden noch zu informieren? Wie will man eine Politik zugunsten der Innenstadt betreiben, wenn man Grundstücke in 1a-Lage offenbar nicht einmal in die engere Betrachtung einbezieht? Und wie ernst betreibt die Verwaltung wirklich eine Stadtentwicklung, wenn sie nur fallweise entscheidet?

In einem Fall könnte es, so die Hoffnung der CDU Hockenheim, vielleicht noch eine Lösung geben. Entsprechend hat die CDU einen Antrag eingereicht, damit die Verwaltung hier aktiv wird und sich somit ein auch städtebaulich höchst attraktives Grundstück sichern könnte. „Wir sehen, was in anderen Städten geht. In Hockenheim bekommen wir leider zu oft zu hören: ‚Das geht nicht‘. Aber vielleicht geht es ja doch?“, so Stadtrat Fritz Rösch.

Einen Widerspruch sehen nicht nur Aline Bender und Patrick Stypa auch darin, dass die Stadtverwaltung praktisch im gesamten Jahr 2017 händeringend nach Grundstücken für neuen Wohnraum suchte, und nun angebotene Grundstücke von vornherein ausschließt.

Klar ist jedoch die Erwartungshaltung der CDU an den Oberbürgermeister, dafür Sorge zu tragen, dass der Gemeinderat zukünftig bei solchen Entscheidungen einbezogen wird. „Wir haben so viele Sitzungen, an denen solche Themen angesprochen werden könnten. Das sollte uns die Entwicklung der Innenstadt wert sein“, so Christoph Kühnle abschließend.

« MdB Olav Gutting besucht die emodrom-group / Die geschäftsführenden Gesellschafter Reister, Brauer und Nieland stellen ihre Firmen vor Praktikum von CDU-Stadtrat Patrick Stypa in Berlin / Appell an die Verantwortung von Politik und Medien »