CDU Hockenheim fordert alle denkbaren Schritte zu überprüfen / Windräder auf dem Herrenteich?

Seit Jahrzehnten versorgten die Hockenheimer Stadtwerke die Haushalte zuverlässig mit Strom, Gas und Wasser, so die CDU Hockenheim in ihrer jüngsten Pressemitteilung. „Und auch wenn der Preiswettbewerb immer härter wurde, so konnten die Stadtwerke Kurs halten und so nebenbei das Aushängeschild Aquadrom mitfinanzieren“, so Fritz Rösch.
Doch so sehr sich das bisherige Geschäftsmodell bewährt habe, so sehr hätten sich die Rahmenbedingungen geändert. „Zum einen steigt das Defizit des Freizeitbades auf zuvor ungeahnte Größenordnungen an. Und zwar so sehr, dass die eigentlich sehr profitabel arbeitenden Stadtwerke zum wiederholten Male Verluste schreiben“, so Aline Kramer. Die Folgen: bei einer Bilanzsumme von 43 Millionen Euro und 27 Millionen Euro Verschuldung, sowie einem Kreditrahmen von weiteren 10 Millionen Euro, stießen die Stadtwerke an die Grenzen ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit.
Zum anderen habe nicht erst der russische Überfall auf die Ukraine gezeigt, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern zwar notwendig, damit aber auch das bisherige Geschäftsmodell der Stadtwerke nicht mehr zukunftssicher sei.
Doch wie soll es mit den Stadtwerken weitergehen? Dieser Frage stellen sich die CDU-Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit. Dazu Christoph Kühnle: „Um es auf den Punkt zu bringen: die Stadtwerke müssen sich wandeln und sich neuen Geschäftsfelder öffnen. Dazu bedarf es a) neuer Investitionen, die wir derzeit kaum selbst stemmen können, und b) wir brauchen dringend Fachpersonal, das derzeit kaum auf dem Markt verfügbar ist“. Und, als ob die Lage der Stadtwerke nicht schon herausfordernd genug sei: mit einem Freizeitbad, das die gesamte Aufmerksamkeit der Stadtwerke auf sich ziehe, sei dieser Wandel nicht zu bewerkstelligen.
Die Antwort der CDU-Verantwortlichen: „Wir brauchen Partner. Partner sowohl für das Freizeitbad, um den Erhalt dauerhaft zu sichern. Aber auch Partner, mit deren Hilfe wir im Bereich der Erneuerbaren Energien erfolgreich sein können“, so CDU Fraktionssprecher Markus Fuchs. Ein Beispiel sei die geplante Partnerschaft mit der kreiseigenen AVR UmweltService GmbH zur Errichtung einer Solaranlage auf der ehemaligen Bauschuttdeponie. „Das ist ein sehr erfolgsversprechender Schritt. Und es kann uns gar nicht schnell genug gehen. Aber: es kann aber nur einer von vielen sein“, so der CDU-Vorsitzende Patrick Stypa, der die jüngste Idee der Stadtverwaltung, auf dem Herrenteich-Gelände Windräder zu errichten, als sehr diskussionsfähig empfindet. Denn: wenn sich Windräder auf dem zu Ketsch gehörenden Gebiet „Entenpfuhl“ rentierten, dann müsste dies auch für den nur wenige Kilometer entfernten Herrenteich gelten. Und vielleicht gelinge es so, dem Land Baden-Württemberg eine Brücke zu bauen, um seiner moralischen Verpflichtung zur Sanierung des Herrenteichs nachzukommen?
Ein Dorn im Auge der CDU-Verantwortlichen ist auch das sehr starre Tarifsystems des öffentlichen Diensts, dass die Handlungsfähigkeit der Stadtwerke zusehends einschränke. „Von daher sollten wir nicht nur die derzeitige Gehaltsstruktur überdenken, sondern auch ob beispielsweise eine andere Betriebsform der Stadtwerke besser geeignet wäre“, so die stellvertretende Fraktionssprecherin Bärbel Hesping.
Von Seiten der CDU Hockenheim fordert man sowohl den Oberbürgermeister als auch die Leitung der Stadtwerke auf, alle denkbaren Schritte zur Zukunftssicherung der Stadtwerke zu prüfen und auch vor neuen Wegen nicht zurückzuschrecken.

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