Breites Bündnis aus Gesellschaft, Politik und Kirchen spricht seine Solidarität mit der Ukraine aus

Etwa 150 Menschen waren nach Teilnehmerschätzungen dem überparteilichen Aufruf der Initiatoren Jakob Breunig und Patrick Stypa gefolgt, am Freitagabend ein deutliches Zeichen gegen den aggressiven Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine und für Frieden zu setzen.

Nachdem sich die Menschen vor der Zehntscheune versammelt hatten, eröffnete Stypa die Kundgebung. Der vergangene Donnerstag sei aus europäischer Sicht der Beginn einer neuen Epoche in der Weltpolitik: „Bisher kannten wir es nur aus dem Geschichtsunterricht, dass europäische Grenzen mit militärischer und barbarischer Gewalt verschoben wurden – nun sind wir Zeitzeugen geworden“, so Stypa. Er forderte Putin auf, die militärische Invasion der Ukraine sofort zu stoppen, die Truppen sofort aus der Ukraine abzuziehen und die Ukrainer in Frieden und in Selbstbestimmung leben zu lassen. Auch wenn die Folgen des Angriffskriegs noch völlig unabsehbar seien, sei es umso klarer, dass in der Welt alles seinen Preis habe - auch unsere Demokratie. Deswegen sei es wichtig, durch wirtschaftliche Sanktionen, die einen auch selbst träfen, seinen Beitrag zu leisten.

Die Kundgebung war überparteilich und wurde von allen Fraktionen des Hockenheimer Gemeinderats unterstützt: Neben der SPD und der CDU waren dies die FDP, die Grünen und die Freien Wähler. Elke Dörflinger rief in ihrer Ansprache zu grenzüberschreitendem Frieden in der Ukraine und in Europa auf. Während Putin mit seinem Krieg die internationale Ordnung gebrochen habe, sei es wichtig, Dankbarkeit zu zeigen, dass wir in einem demokratischen Land lebten, und Demut zu zeigen dem leidgeplagten ukrainischen Volk gegenüber. Die Kundgebung sei ein Zeichen für Solidarität mit der Ukraine und für die Grundrechte.

Im Anschluss daran machten sich die Teilnehmer zum Völkerkreuz auf, wo ein Blechbläserensemble aus Martin Jacob, Moritz Mildenberger und Volker Oberst die weitere Kundgebung musikalisch umrahmte. Die evangelische und katholische Kirche, vertreten von Eva Leonhardt und Matthias Rothe beziehungsweise von Stefanie Simons, Felix Mallek und Benno Müller, beteten mit den Versammelten ein Friedensgebet. Für die auf beiden Seiten bereits gefallenen und noch fallenden Opfer des Kriegs legten Breunig und Stypa bei strömendem Regen gemeinsam mit Matthias Stier, dem Präsidenten des Freundeskreis Hockenheim-Commercy, einen Kranz am Völkerkreuz nieder.

In seiner Abschlussrede griff Breunig die Bedeutung des Völkerkreuzes auf und übertrug sie auf die aktuellen Geschehnisse: „Ich hoffe, dass es eine Zukunft gibt, in der Ukrainer und Russen so viel mit Krieg gegeneinander zu tun haben wie Franzosen und Deutsche heute: Überhaupt gar nicht, außer als ein dunkler Schatten der Vergangenheit.“ Doch bis dahin würden leider noch viele Ukrainer ihr Leben lassen in einem Kampf für ihre Demokratie und Selbstbestimmung. Bei allen auf beiden Seiten bereits gefallenen und leider noch zu erwartenden Opfern sei es wichtig, dass es sich um Lebewesen aus Fleisch, Blut und Seele handle – um Menschen, die von ihren Liebsten vermisst werden, so Breunig.
Abschließend bedankte er sich bei allen Teilnehmern für ihre Solidaritätsbekundung sowie bei allen, welche die Kundgebung, sei es im Hinter- oder Vordergrund, möglich gemacht haben.

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