„Come Together“ – diesem Aufruf der CDU Hockenheim waren etwa 30 Hockenheimer gefolgt, um sich über das CDU-Bundestagswahlergebnis sowie über die erstmalige Wahl eines CDU-Vorsitzenden durch die Mitglieder auszutauschen.

Zunächst analysierte der Vorsitzende der CDU Hockenheim, Patrick Stypa, die Situation der CDU auf Bundesebene. Dass die CDU das schlechtestes Bundestagswahlergebnis seit ihrem Bestehen erhalten habe, hätte vier wesentliche Ursachen gehabt: Neben der geringen Beliebtheit des Kanzlerkandidaten hätte die fehlende Geschlossenheit zwischen den beiden Unionsparteien einen erheblichen Beitrag zum Ergebnis geleistet. Doch damit sei die Analyse nicht ausreichend tiefgründig genug. „Die CDU hat ein strukturelles Problem, da seit 1983 bis auf zwei Ausnahmen bei jeder Bundestagswahl ein neues ‚historisch schlechtes Ergebnis‘ verkündet werden musste. Um langfristig als Volkspartei erfolgreich zu sein, muss die Union wieder junge Menschen ansprechen.“ Darüber hinaus habe es die Bundes-CDU nicht geschafft, für bestimmte Probleme Lösungen anzubieten, stellte Stypa fest.

Diesen Worten schloss sich ein breiter und vielschichtiger Austausch an. Der Kanzlerkandidat und das Wahlprogramm seien zu spät und in der falschen Reihenfolge bestimmt worden und „während Kühnert, Esken, Walter-Borjans einerseits und Scholz andererseits zwar wenig gemeinsam haben, haben sie Ruhe bewahrt und sind geschlossen aufgetreten“, schilderte Jutta Renkhoff ihre Sichtweise. Dieter Klee zufolge sei die Zerrissenheit der Union zur Schau gestellt worden und er wünschte sich neue Kandidaten, vor allem mehr weibliche und jüngere. Altstadtrat Herbert Kühnle ergänzte, dass man schon vor 10 Jahren einen Nachfolger hätte aufbauen müssen. Die Union müsse auch bereit sein, Dinge, von denen sie überzeugt sei, entschlossen umzusetzen. „Die BASF wollte einen Windpark in der Nordsee bauen, doch wurde ausgebremst. Wie so oft sorgen ‚Bedenkenträger‘ dafür, dass Vorhaben enorm verlangsamt werden“, berichtete Martin Renkhoff aus seiner beruflichen Erfahrung. Damit internationale deutsche Konzerne wie BASF auch zukünftig weltmarktführend seien und unseren Wohlstand erwirtschaften können, sei eine gute Bildungspolitik zentral: „Wir müssen in Deutschland Spitzenleute ausbilden und diese danach auch in unserem Land halten“, sagte Christian Kramberg und wünschte sich bei der CDU eine technologieoffene Klima- und Umweltpolitik, verbunden mit klaren Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie.
Mit Spannung wurde unter den Gästen ein Stimmungsbild über die zukünftige Führung der Bundes-CDU eingeholt, bei welchem Röttgen am besten abschnitt; Helge Braun belegte den zweiten, Friedrich Merz den dritten Platz. Während Helge Braun von seinen Befürwortern eher als Übergangskandidat betrachtet wurde, der die CDU wieder in ruhigeres Fahrwasser führen könne, erhofften sich die Befürworter von Röttgen, dass unter ihm die CDU sowohl jünger als auch weiblicher werde. Die Stärken von Merz wurden in seiner wirtschaftspolitischen Erfahrung und in einer klaren Abgrenzung gegenüber anderen Parteien gesehen.

Nachdem der Austausch untereinander bei Kaffee und Kuchen fortgeführt worden war, berichtete der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Fuchs über die Herausforderungen in der Kommunalpolitik: Die Entscheidung von OB Marcus Zeitler, die Verwaltung personell neu aufzustellen, habe sich als richtig herausgestellt: Davon zeugten ein nun funktionierendes Rechnungsprüfungsamt sowie die zahlreichen Baukräne als ein Ergebnis der abgearbeiteten Bauanträge.
Keine neue Erkenntnis sei, dass Hockenheim ein strukturelles Defizit habe, das Fuchs auf mindestens drei Millionen Euro pro Jahr bezifferte. „Seit Jahren weisen wir deutlich darauf hin, dass einschneidende Änderungen nötig sind, um dringend notwendige Investitionen wie beispielsweise bei der Realschule endlich durchführen zu können“, so Fuchs.

Der CDU-Vorsitzende Stypa bedankte sich bei allen Gästen für ihr Interesse und beendete die Veranstaltung mit einem Wunsch: „Egal, wer bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden gewinnen wird: Wir alle müssen ihn geschlossen unterstützen, um den Übergang in eine neue Ära erfolgreich zu gestalten. Nicht nur zum Wohl der CDU, sondern vor allem zum Wohl unseres Landes.“

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