Schaden wird auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt / „dröhnendes“ Schweigen der Grünen verwundert

Was von außen wie eine friedlich schlummernde Industrieruine aussieht, dürfte umweltpolitisch das größte Sorgenkind der Stadt Hockenheim sein. So sieht es die CDU-Fraktion bei einem Besuch der ehemaligen Asbestverbrennungsanlage am Herrenteich.

„Vieles ist schon geschrieben worden und es ist mühsam zu spekulieren, ob wir damals gut beraten waren, uns an einer Lösung mit dem Land Baden-Württemberg zu beteiligen. Fakt ist aber, dass die Stadt Hockenheim finanziell der Verlierer ist und auf einem Schaden von sicherlich fünf oder mehr Millionen Euro sitzen bleiben wird“, so bringt es der Sprecher der CDU-Fraktion Markus Fuchs auf den Punkt.
Nicht nur der Verkauf des Geländes hat sich als illusorisch erwiesen. Auch eine besenreine Übergabe ist nie erfolgt. „Wir alle wünschen uns einen Rückbau der Ruine, eine Entsorgung der Schadstoffe und eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet. Doch finanziell sind wir dazu gar nicht in der Lage“, beschreibt Christoph Kühnle die Situation. Aline Kramer ergänzt: „Eine Verschiebung dringend notwendiger Investitionen beispielsweise in die Schulen oder Kindertagesstätten zur Gegenfinanzierung wollen wir auch nicht ansatzweise diskutieren.“

Doch wie soll es nun weitergehen? Bekanntermaßen hatte die Stadt die drei Landtagsabgeordneten des hiesigen Wahlkreises zu einem Gespräch gebeten und zumindest von Andreas Sturm und Daniel Born verbale Rückendeckung bekommen. So hatte sich der CDU-Abgeordnete Andreas Sturm schriftlich an die Regierungspräsidentin gewandt, um den Fall rechtlich prüfen zu lassen. Sturm möchte keine Möglichkeit unversucht lassen, durch Altlastenfonds eine Lösung für eine Renaturierung zu finden. Ebenso gebe es Firmen, die auf die Sanierung solcher Gebiete spezialisiert seien und durch eine kostengünstige Auskofferung zumindest verhinderten, dass bei einer Überflutung verseuchtes Material verteilt werde.
„Auf viel Gegenliebe stieß bei mir die Aussage des Grünen Wirtschaftsministers Robert Habeck, auch in Landschaftsschutzgebieten Windräder zuzulassen. Es könnte zumindest eine Anfangsfinanzierung für eine Renaturierung des Geländes darstellen“, findet Fritz Rösch. Doch bisher sei unklar, ob der Minister tatsächlich ernst mit dieser Ankündigung mache, und ob die Idee am Herrenteich realisierbar sei. „Damit ist die Windräder-Idee zwar charmant, derzeit aber nicht umsetzbar. Sollte sie aber jemals kommen, dann werden wir sofort einen Antrag auf Prüfung und Umsetzung stellen“, ergänzt Bärbel Hesping.
Die CDU bedauert es sehr, stets nur auf Förderprogramme verwiesen zu werden, die entweder für den Herrenteich nicht passten oder am Ende doch nur den bekannten Tropfen auf den heißen Stein darstellten und die Stadt auf dem Gros der Renaturierungskosten sitzen bleibe.

Ganz offen bekennt man von Seiten der CDU-Fraktion, dass man sich gerade vom hiesigen Grünen Abgeordneten Andre Baumann mehr erwartet hätte und auch weiterhin mehr erwarte, insbesondere aufgrund seiner enormen Einflussmöglichkeiten als Umweltstaatssekretär und damit als höchster Beamter des Umweltministeriums. Unbestritten sei sein großer Einsatz für die Haubenlerche auf Hockenheimer Gemarkung, doch auch der Herrenteich gehöre zu Hockenheim und somit zu seinem Wahlbezirk. Zudem verwundert die Christdemokraten auch das „dröhnende“ Schweigen der Hockenheimer Grünen zu diesem Grünen Kernthema des Umweltschutzes.

„Der aktuelle Zustand des Herrenteichs offenbart, dass derzeit leider niemand eine gute Lösung hat. Deswegen ist es aus unserer Sicht umso wichtiger, dass wir das Thema weiterhin hochhalten, bis es eine gemeinsame Lösung gibt. Denn der bisher kaum vorhandene Fortschritt zeigt deutlich, dass es ohne das Land und das Umweltministerium nicht geht“, so CDU-Vorsitzender Patrick Stypa zum Abschluss.

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