Die Elektromobilität ist in aller Mund, von Seiten des Staats wurden gleich mehrere Programme gestartet, um den Kauf von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Und dennoch beträgt ihr Marktanteil in Deutschland gerade mal zwei Prozent.

Weniger als Problem, vielmehr als Herausforderung wollen das Thomas Reister und Tim Brauer, Geschäftsführer der emodrom Bau&Grund GmbH, verstanden wissen. Denn immer strengere Umweltschutzverordnungen, steigende Treibstoffkosten und zunehmender Verkehr stünden nach wie vor dem Wunsch vieler Menschen nach Individualverkehr gegenüber.

Den hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting hatten beide Geschäftsführer zu einer Firmenpräsentation eingeladen. Dieser nutzte gerne seine sitzungsfreie Zeit, um zusammen mit dem CDU-Vorsitzenden Markus Fuchs und Stadtrat Fritz Rösch die Firma und ihre Konzepte am Firmensitz auf dem Hockenheimring kennenzulernen.

„Unser Ziel ist es, den Hockenheimring als Standort für technologieoffene elektrische Mobilität zu positionieren“, so Thomas Reister zur Begrüßung. Ein erster großer Schritt sei mit der Ansiedlung des Porsche Experience Centers gelungen, das im September 2019 pünktlich zur Vorstellung des neuen Porsche-Elektrofahrzeugs fertig werden solle. Ein 35 Millionen Euro-Projekt, das von der emodrom Bau&Grund GmbH in Eigenregie und ohne kommunale Mittel gestemmt wird. Im Gegenzug partizipieren die Hockenheim-Ring GmbH und die Stadt Hockenheim durch langfristige Pacht- und Marketingverträge.

Sofort nach dem Formel 1-Rennen gingen die Bagger ans Werk und ein gutes Drittel der Innentribüne ist zum Teil bereits abgetragen. Doch die Pläne gehen noch weiter: So solle es auch ein neues Hotel geben, eine Kartbahn für elektronisch angetriebene Karts, Ausstellungsflächen für Industrieunternehmen, bis hin zu einer eigenen emodrom Academy. „Wir stehen in Kontakt mit Hochschulen und arbeiten daran, in Hockenheim einen eigenen Lehrstuhl zum Thema Elektromobilität einzurichten“, so Reister.

Das Konzept: den Hockenheimring als traditionsreiche Rennstrecke zur Ansiedlung von neuen Unternehmen nutzen, die vor allem im Bereich Elektromobilität unterwegs sind. Denn auch wenn das jüngste Formel 1-Rennen in Hockenheim erfolgreich gewesen ist: seit Jahren sind die Zuschauerzahlen bei den traditionellen und großen Rennveranstaltungen rückläufig.

Das Konzept einer fahraktiven Elektromobilitätsmesse, das e4Testival, stellte anschließend Alexander Nieland, Geschäftsführer der e4 Qualification GmbH, ein seit Jahren etabliertes Unternehmen der emodrom-group, vor: „Egal ob eBike oder eFahrzeug, sie werden diese am 27. und 28. Oktober auf dem Hockenheimring nicht nur anschauen, sondern sofort Probe fahren können“. Die Erfahrung zeige, dass eine Probefahrt eines Elektrofahrzeugs sehr viel mehr bewirken könne als lange Verkaufsgespräche.

Bis zu 20.000 Zuschauer werden erwartet, und auch wenn die erste Messe wohl kaum mit Gewinn arbeiten werde, so wolle man dies von Seiten der e4 Qualification als Investition in die Zukunft verstehen, um die Messe und Folgeaktivitäten dauerhaft auf dem Hockenheimring zu etablieren.

Doch wie so oft bei Visionen, so wird auch hier mit allerlei Problemen gekämpft: die deutsche Automobilindustrie tue sich schwer mit der Herstellung von Elektrofahrzeugen, und eine abgestimmte, parteiübergreifende Vorgehensweise in der Politik fehle bisher.

„Es ist erschreckend, wie wenig unserer Automobilhersteller in diesem Segment zu bieten haben“, das gab auch Olav Gutting unumwunden zu. Als Mitglied im Finanzausschuss habe er sich für die Förderung der Elektromobilität stark gemacht. Hoffnung setzte er in die Steuervorteile für elektrisch betriebene Dienstwagen, die 2019 in Kraft treten werden.

Dass das Thema Elektromobilität gerade für seinen Wahlkreis von Interesse sei, das liege natürlich vor allem am Hockenheimring: „Egal, wo ich im Ausland bin: die Marke Hockenheimring kennt fast jeder. Dieses Potential gilt es zu nutzen.“

Und Unterstützung hierbei können die Herren Brauer, Reister und Nieland gut gebrauchen. „Wenn wir mit staatlichen Stellen reden, dann werden sofort Assoziationen zum Freizeitpark am Nürburgring geweckt. Und auch die Kontaktaufnahme mit Firmen ist nicht immer ganz leicht: denn die Leidensgeschichte des Hockenheimrings seit dem Umbau 2001/2002 ist wohl bekannt“.

Zum Abschluss des zweistündigen Besuchs des CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting wurde deutlich, dass die drei Geschäftsführer der emodrom-group fest daran glauben und daran arbeiten, den Hockenheimring als Standort für Technologie- und Bildungsunternehmen zu entwickeln.

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